Auch beim Pilgern gibt es nicht nur schöne Tage. Zuweilen muß man auch Nervendes durchstehen. Wie zum Beispiel auf dieser Etappe.

Wir haben uns heute nur elf Kilometer vorgenommen, denn erstens ermöglicht uns das, den Morgen noch in Caceres zu verbringen, und zweitens ist ja der Tag darauf noch anstrengend genug.

Zunächst aber wartet eine ziemlich nervende Passage auf uns. Nach dem Kreisverkehr an der Ortsumfahrung müssen wir zweieinhalb Kilometer entlang der Nationalstraße 630 „wandern“ – wobei „durchkämpfen“ der bessere Ausdruck wäre, denn die Trasse ist nicht gerade verkehrsarm. Innerlich schüttle ich den Kopf: Nur ein paar Meter links neben uns führt eine Piste über eine Weide, aber wir kommen wegen des kilometerlangen stacheldrahtbewehrten Zauns einfach nicht dorthin. Und ich rätsle, warum den Touristikern oder der Regionalregierung nicht bewusst ist (oder bewusst sein will), welche Bedeutung dieser Pilgerweg für die Sicherung der Infrastruktur dieser Region hat – oder haben könnte.

Endlich weg von der Straße: den Rucksack mal abzusetzen tut gut!

Endlich können wir dann doch auf einen Feldweg abbiegen. Christine bastelt sich einen „Not-Turban“ gegen den Wind, der uns hier entgegenbläst.

Mit dem Not-Turban gegen den Wind…

Und wir sind heilfroh, relativ schnell den Ort zu erreichen, in dem der Käse produziert wird, der 2021 als bester ganz Spaniens prämiert und mir im Los Ibericos in Caceres so toll geschmeckt hat. „Du weißt nie, wie stark Du bist, bis stark zu sein Deine einzige Möglichkeit ist“, steht da an einer Mauer am Dorfrand.

Zeichen an der Wand: „Du weißt nie, wie stark Du bist…“

Unser Quartier im Casa Batalla ist sehr angenehm – dumm nur, dass wir zum Abendessen wieder fast einen Kilometer zurück zum Casa Claudio müssen. Und dort ist dss Tagesmenü leider nur mittags erhältlich, nicht aber abends. Christines „Notlösung“ sieht aber fantastisch aus: einen so schön tranchierten und arrangierten Wolfsbarsch habe ich noch nie gesehen…

Einfach toll: der Wolfsbarsch im Casa Claudio.

Erlebt am 17. März 2022

notiert am 20. März 2022

Buchtipp: https://www.amazon.de/Spanien-Jakobsweg-Plata-Mozarabischer-OutdoorHandbuch/dp/386686440X/ref=sr_1_1?crid=3TY0F90UFT5TB&keywords=Raimund+Joos+Via+de+la+Plata&qid=1650636123&s=books&sprefix=raimund+joos+via+de+la+plata%2Cstripbooks%2C80&sr=1-1

Ein anderer toller Blog ist von Werner Kräutler.

Auch in Facebook findet sich eine sehr hilfreiche Gruppe.

Fundierte aktuelle Informationen über Quartiere und Einzeletappen sind auch hier zu finden.

Informationen zur Extremadura gibt es hier.

Die bisherigen Folgen findet Ihr hier:

Via de la Plata 2022 (1): Start in Zafra

Via de la Plata 2022 (2): Zafra – Villafranca de los Barros

Via de la Plata 2022 (3): Villafranca de los Barros – Torremejía

Via de la Plata 2022 (4): Torremejía – Mérida

Via de la Plata 2022 (5): Mérida – Aljucen

Via de la Plata 2022 (6): Aljucen – Alcuescar

Via de la Plata 2022 (7): Alcuescar – Aldea del Cano

Via de la Plata 2022 (8): Aldea del Cano – Caceres

Via de la Plata 2022 (9): Zwischenstopp in Caceres

 


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