Ayurveda im Engel (2): Der Arzt

Ayurveda ist weit mehr als „nur“ Wellness: Das kann man im „Engel“ in Welschnofen intensiv erleben. Und das liegt ganz wesentlich an Dr. Swaminath Mishra, der sich ebenso intensiv wie kompetent um das Wohl der Gäste kümmert.

Der Ayurveda-Arzt ist der kongeniale Partner zu Carmen Kohler, der Chefin des Hauses, die sich schon lange der aus Indien stammenden Lehre verschrieben hat (den Artikel dazu gibt’s hier).

Wer zu dem aus Delhi stammenden Mediziner zur Konsultation kommt, den klärt er erst einmal über Grundlegendes auf: „Ayur“ heißt „Leben“, „Veda“ bedeutet Wissenschaft. Es geht also um die Wissenschaft vom Leben. Und davon versteht Mishra eine ganze Menge, hat er doch lange Jahre für die größte Zeitung seiner Heimat, die Times of India, eine Ayurveda-Kolumne geschrieben. Sage und schreibe 25 Bücher zum Thema sind darüber hinaus von ihm erschienen, eins davon in Italienisch, drei auf Englisch („Das Wesen des klassischen Ayurveda“, „Die Grundsätze des klassischen Ayurveda“ und „Ayur Yoga“ lauten die Titel auf Deutsch), der Rest in Sanskrit.

Enormes Wissen über eine uralte Heilkunst: Dr. Swaminath Mishra.

Und all dieses reiche Wissen, das schon rund 9000 Jahre alt ist und alle Teile der Medizin umfasst, kommt nun den „Engel“-Gästen zugute. Wobei es nicht bei der Medizin bleibt: „Alles, was mit dem Leben zu tun hat, spielt da mit“, sagt Mishra: die Ernährung ebenso wie die Einstellung zum Beruf, aber auch die Spiritualität. Und er ist überzeugt: „Ayurveda ist uralt und hoch modern, immer alt und immer neu, sehr groß und sehr klein.“ Denn ein riesiges Wissen könne auf die Bedürfnisse eines einzigen Menschen abgestimmt werden.

Seine Überzeugung: „Die drei Doshas sind der Schlüssel zur Gesundheit.“ Das Sanskrit-Wort bezeichnet dabei  die drei Lebensenergien: Vata stehe dabei für Bewegung, Schnelligkeit und sei mit Wind und Luft verbunden, Pitta meine die Energie und habe daher eine Beziehung zu Feuer und Wasser, und Kapha schenke Stabilität und Widerstandsfähigkeit und sei daher mit Erde und Wasser verknüpft. Im Körper übernähmen die drei verschiedene Zuständigkeiten: Vata für das Nervensystem, Pitta für Verdauung und Stoffwechsel und Kapha für das Immunsystem. Auch im geistigen Leben der Menschen spiele das Trio eine große Rolle: Vata beeinflusse den Enthusiasmus und die Begeisterungsfähigkeit, Pitta den Mut und und Kapha die Toleranz.

Wenn man erkenne, was in einem Menschen dominiere, dann könne man ihn gute Ratschläge zur Ernährung und Lebensführung geben, um ihn (wieder) in eine Balance zu bringen, ist Mishra überzeugt. Und das gehe ohne Chemie: „Ist das Gift raus, sind auch die Symptome raus.“

Doch wie erkennt man nun, was dem jeweiligen Menschen fehlt? Für den Ayurveda-Arzt ist das ganz einfach: „Man kann das am Puls fühlen.“ Der Selbstversuch führt zu einem verblüffenden Ergebnis: „Sie schlafen und sie schlafen doch nicht. Sie sind äußerlich ruhig, kämpfen aber im Innern mit sich.“ Eine Diagnose ohne vorheriges Gespräch. Mit einer erstaunlichen Treffsicherheit. Das nötigt einem schon gewaltigen Respekt ab.

Im Ayurveda erzählt der Puls viel über einen Menschen.

Aber bei der Feststellung des Ist-Zustands („Vata und Pitta sind leicht erhöht, Kapha normal“) belässt es Mishra nicht. Er schiebt einem einen Zettel zu, fordert einen auf, einen senkrechten Strich zu ziehen und links ein Plus und rechts ein Minus zu zeichnen. Und er zählt eine Fülle von Dingen auf, deutet dabei mit dem Zeigefinger immer auf die jeweilige Hälfte. Rechts steht danach alles, was man meiden oder vermindern soll (scharfes Essen, Blumenkohl, rotes Fleisch, Milch und Joghurt, rote Bete und weißen Reis zum Beispiel), links alles, was erlaubt und empfohlen ist (Obst und Radicchio, Kiwi und Basilikum, Nudeln mit Gemüse, Fisch und Eier, weißes Fleisch und Olivenöl Extra vergine etwa).

Wer will, dem stellt er auch einen Ernährungsplan zusammen, nach dem das tolle „Engel“-Küchenteam dann während des Urlaubs in den Südtiroler Bergen kocht. Aber auch die, die keine spezielle Ayurveda-Kur machen, sondern sich an die reichhaltige Speisekarte mit den Varianten „Gourmet“, „Alpin“ und „Gesund“ halten und in deren Genüssen schwelgen wollen, kommen mit seinen Ratschlägen gut zurecht.

Dazu zählt auch dies: „Man soll nur essen, wenn man Hunger hat. Um Nahrung aufzunehmen. Nicht um sie anzuhäufen. Man sagt ja auch ,guten Appetit‘.“

Ob all dies (eventuell auch in Verbindung mit speziellen Massagen und Yoga-Übungen oder ayurvedischen Medikamenten) Wirkung zeitigt, wird sich in der Zukunft zeigen. Dazu gehört ja schließlich auch eine gehörige Portion Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen.

Aber eins ist klar: Mit einem Ratgeber wie Dr. Swaminath Mishra an seiner Seite stehen die Chancen gut.

Nähere Informationen: www.ayurveda-dolomites.com 

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