Die Perle im Aischgrund

Sei es für einen längeren Aufenthalt oder nur als Zwischenstopp für eine Nacht – Bad Windsheim ist auf jeden Fall eine Reise wert!

Dieses Urteil kann man sich auch erlauben, wenn man nur die letztere Variante wählt. Wie wir.

Wir wollen eigentlich zu den Kranichen nach Vorpommern. Aber in einem Rutsch durchzurasen – das ist einfach nicht unser Ding. Also: Erst mal Station gemacht. Von Reutte (oder Süddeutschland) aus liegt Bad Windsheim günstig: Mit dem Ford Transit Euroline (unser Camper, der für zwei Wochen unser Domizil sein wird, auch wenn er natürlich nie mit den Riesen-Schiffen mithalten kann, die uns auf dieser Reise begegnen) sind es rund dreieinhalb Stunden. wenn man nachmittags losfährt, passt das quasi ideal.

Wir laufen in den „Phönix-Reisemobilhafen“ ein. Im ersten Moment muss ich über den Namen schmunzeln. Klingt in meinen Ohren irgendwie komisch. Fast deine Nummer zu groß. Aber als wir dann tatsächlich da sind, merke ich schnell: Name hin oder her – hier kann man sich wirklich  geborgen fühlen.

Das fängt schon damit an, dass wir sehr freundlich begrüßt werden, obwohl wir eigentlich zu spät dran sind. Der Platz ist groß. Und auch auf den Stellplätzen wird man nicht eingezwängt. Die Sanitäranlagen sind bestens ausgestattet und liegen für uns ganz in der Nähe. Und für die, die ganz ohne Reisemobil anreisen, gibt es seit neuestem auch nette Häuschen, die beim morgendlichen Spaziergang mit Arco, unserem Hund (auch dafür gibt es gleich neben dem Stellplatz beste Bedingungen) auch trotz ihrer Modul-Bauweise überaus einladend aussehen. Sogar mit Terrasse. Und wenn man Glück hat, direkt an einem Teich. Für uns besteht kein Zweifel: Hier ist gut sein!

Bad Windsheim

Auf den ersten Blick minimalistisch, aber doch gemütlich: die neuen Häuschen am Phönix Reisemobilhafen.

Aber jetzt ist erst mal Abend. Es knurrt der Magen. Deswegen verschieben wir den ursprünglich Besuch in der Franken-Therme auf den nächsten Morgen. Jetzt erst mal essen. Wie gut, dass das eine tolle Adresse ganz in der Nähe ist: das Genusswerk, nur ein paar Schritte von unserem „Hafen“ entfernt.

Auch das begeistert uns. Das fängt schon damit an, dass unsere Reservierung sehr freundlich angenommen und sehr liebevoll festgehalten wird. Das gibt Pluspunkte, schon bevor wir überhaupt am Tisch Platz genommen haben.

Bad Windsheim

Im wahrsten Sinne des Wortes: Herz-liche Begrüßung im Genusswerk.

Auch der Blick auf die Speisekarte erfüllt uns mit Freude: Obwohl wir fasten (Christine in der verschärften – also veganen – Variante, ich in der Light-Version mit Verzicht auf Fleisch) finden wir gleich was. Da ist das Fasten schon eine Hilfe – sonst würde uns die Entscheidung schon gewaltig schwer fallen. Zu viele leckere Dinge stehen drauf!

Ich gönn mir angesichts des Schmuddelwetters auf jeden Fall erst einmal ein warmes Süppchen.

Bad Windsheim

Ideal für einen kalten Abend: ein warmes Süppchen!

Zugegeben: Ein bißle getrickst ist es ja schon. Denn die Flädle liegen ja in einer exzellenten Fleischbrühe. Aber da sieht man ja das Fleisch nicht. Und getrickst haben ja schon die Mönche im Mittelalter. Gut schwäbisch. Mit ihren Maultaschen.

Christine hat ihren Hauptgang schnell gewählt: einen Linsen-Tomaten-Eintopf. Von unserem Tisch aus können wir übrigens die Köche bei der Arbeit beobachten. Und sehen, wieviel Engagement und Liebe sie in ihre Profession hineinlegen. Das weckt Vorfreude.

Bad Windsheim

Vegan und köstlich: Christines Linsen-Tomaten-Eintopf.

Und die wird auch nicht enttäuscht: Es schmeckt einfach prima. Genau wie meine (nun völlig vegetarisch-korrekten) Tagliatelle mit gebratenem grünen Spargel. Die ersten in diesem Jahr. Und vielleicht gerade deswegen schlichtweg herrlich!

Bad Windsheim

Noch ein Hoch-Genuss: die Tagliatelle mit frischem grünen Spargel.

Wir sitzen gemütlich und verkraften es daher leicht, daß es für heute einfach zu spät für einen Besuch in der Therme ist. Aber auch der Anblick bei Nacht ist ja höchst imposant. Noch ein Grund zur Vorfreude!

Imposanter Anblick bei Nacht: die Franken-Therme in Bad Windsheim.

Aber auch am Morgen kann die Franken-Therme einen begeistern. Für Reisemobilisten ist sie ein geradezu idealer Start in den Tag. Also: Erst unter die Dusche und dann im Freibecken ein paar Bahnen schwimmen, um munter zu werden!

Und dann kann man sich wieder zur Entspannung dem Toten-Meer-Feeling hingeben. So viele Jährchen ich mittlerweile auf dem Buckel habe, so habe ich es immer noch nicht verinnerlicht, daß das tatsächlich geht: Sich einfach auf den Rücken zu legen und nichts tun zu müssen! Und ich staune immer wieder: Bad Windsheim kann tatsächlich mit dem Toten Meer mithalten – sowohl im Becken drinnen, wo man sogar klassische Musik unter Wasser zu hören vermag. Als auch unter der fantastischen Kuppel, wo der Salzgehalt im Badesee so hoch ist, daß es einem quasi automatisch die Beine nach oben treibt.

Gottseidank gibt es in der Franken-Therme ja Tageskarten, um alles ausgiebig nutzen und genießen zu können. Aber einen ganzen Tag Zeit haben wir dann leider doch nicht. Aber auf die Sauna verzichten? Geht natürlich auch nicht!

Kurz vor Mittag gibt es da noch eine Menge Platz in der großzügigen Panorama-Sauna. Und wir kommen gerade recht zu einem herrlichen Aufguss, den die freundliche Sauna-Meisterin regelrecht zelebriert. Und danach kann man im Entspannungsbecken draußen einfach herrlich relaxen und will kaum mehr raus. Allerdings warten in der Franken-Therme noch eine Menge Verführungen auf Sauna-freunde: Finnische und Bio-Sauna im Außenbereich, nochmals dasselbe drinnen – ergänzt durch Brechel- und Aromabad plus Zirben-, ja sogar eine Schneesauna mit minus zehn Grad.

All das kann man unmöglich machen, wenn man auch noch weiter will oder muss. Also gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder bleiben und noch einen Tag dranhängen oder einfach wiederkommen.

Anlässe dafür gibt es eine Menge: eine Wanderung in den Steigerwald, ein Bummel durch die romantische Altstadt, ein Besuch im Freilichtmuseum oder das kulinarische Highlight im Aischgrund, wie diese Region auch heißt – der Karpfen. Da muss man allerdings aufpassen: Der hat nur in den Monaten mit R Saison – von September bis April. Alsdenn: entweder sich sputen oder langfristig vorausplanen!

Egal, wie man sich nun entscheidet: Ein Besuch in und um Bad Windsheim lohnt sich allemal. Ein weiterer Pluspunkt: Diese Perle im Aischgrund haben noch nicht allzu viele entdeckt.

Informationen zur Stadt: https://www.bad-windsheim.de/

Informationen zur Therme: https://franken-therme.net

Informationen zum Restaurant: genusswerk-franken.de

 

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